Historie:

Die Firma Katrin Liebold so wie sie jetzt besteht existiert erst seit dem 23.12.1991. Denn genau an dem Tag lies sich Katrin das Gewerbe von ihrem Mann Matthias überschreiben welcher bedingt durch Krankheit ab diesem Zeitpunkt in die Invalidenrente übergegangen ist.

In der kurzen Zeit aber wurden einige Richtungsweißende Anschaffungen gemacht. So wurde im August ´91 das Reaktionsspiel "Woody" angeschafft, um dann in der Folgesaison eingesetzt zu werden, welches in der Region eine echte Marktlücke ist.

Des weiteren wurde im Winter ´97 ein kleiner Verkaufsanhänger zum "springen" auf kleinere und auch Tagesfeste und vor allem zum Transport mit dem Auto angeschafft. Es sollte ein Süßwaren werden. Der Wagen wurde fast komplett in Eigenregie gestaltet und konnte schon in der Folgenden Saison im Frühjahr 1998 auf der Vogelwiese in Naumburg erfolgreich eingeweiht werden.

Was auch nicht unterschlagen werden sollte ist das die Chefin in all ihren Jahren dafür Sorge getragen hat das sämtliche Fronten neu bemalt worden, die Vorlagen der älteren hat sie jedes mal selber entworfen.

Außerdem wurden noch im Frühjahr ´01 ein neuer, größerer und wesentlich schönerer Wohnwagen von der Firma Schröder aus Töpchin und nun mittlerweile schon das zweite Auto (nacheinander) angeschafft.

Aber da dies eine Historie sein soll habe ich mal in alten Alben geblättert und haufenweiße alte Akten sortiert und auch den Vorhergehenden Chef Matthias "Meister" Liebold gequält, hier nun das Ergebnis:

Da Katrin die Firma ja (nur) übernommen hat wurde die Eigentliche Firma Matthias Liebold mit dem Antrag zur Ausübung des Reisegewerbes am 25.04.1979 gegründet. Matthias war damals 26 Jahre jung. Zu diesem Zeitpunkt besaß er noch nicht mal einen eigenen Packwagen für die im Winter zuvor angeschaffte Luftschaukel. Die Schaukel stammte wohl von einem Gierold wo sie Jahre vor sich hin gammelte und sich zum Schluss nicht wirklich viel zum kaufen bot. Die Schiffe der Schaukel wurden im (damals) fernen Dresden (Wartburg und Trabant-Zeitalter) besorgt, der Rest aber in Mühevoller Arbeit mithilfe von Papa und auch Bruder Olaf wieder aufgebaut. Der Wohnwagen wurde aus einem altem Bauwagen umgebaut. Die Schaukel wurde großzügiger weiße im Packwagen von seinem Papa Lothar Ado Liebold welcher die vorhergehende Generation von Schaustellern in der Liebold - Familie darstellt, untergebracht. Die Wagen wurden damals noch mit der Maschine von Lothar gefahren dem Matthias dafür im Gegenzug bei seinen Transporten half. Erst später kaufte sich Matthias seine eigene S-4000 von Fa. Brocke aus Dresden. Die Premiere war im frühen Sommer auf dem Festplatz in Wittenberg mit den damaligen Preisen von 20 Pfennig für einmal Schaukeln. Schon beachtlich das das funktionierte, denn nur wenig später konnte ein eigener Packwagen angeschafft werden so das man autark war. Dieser wurde dann im laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. Aber weiter in der Geschichte, im Sommer ´79 wurde dann auch im Zuge der Umsatzsteigerung die Ballwerf-Bude vom Papa geliehen. Das war vorher die Verlosung von Lothar. Das Ballwerfen hatte dann seine Premiere im schönen Torgau auf dem Festplatz am Bad, später dann im Bad. Auch damals stand die Firma Liebold schon auf der Kleinmesse, diese Jahr vertreten durch Papa Lothar mit der neueren Verlosung (Wagen) und seinem Sohn Matthias mit dem Ballwerfen.

Weiter ging es mit der Firma im Jahre 1982, mit einen eigenen Wagen für das Ballwerfen welcher dann zum Teil in Eigenregie um- und aufgebaut wurde. Dieser hatte zu der Zeit noch nicht mal eine bemalte Front sie bestand zum Anfang aus weinrot lackierten Alu und wurde später mit golden eloxierten Leisten verschönert und noch später mit einer großen beleuchteten Pyramide und sechs ebenfalls beleuchteten Bällen verziert. Zu dieser Zeit gab bemalte Fronten wie wir sie heute kennen eher selten. Er hatte seine Premiere in Wurzen.

Die Zeit verging bis der erste nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gebaute Geschäftswagen in Auftrag gegeben werden konnte. Aber schon im Jahre 1985 wurde der Wagen, noch als Rohbau, bei der Firma Paselt in Leipzig abgeholt um im Winter von Matthias selber fertig gestellt. Lediglich der Innenausbau wurde einer Panitscher Firma in Auftrag gegeben. So konnte dieser Wagen damals noch als Würfeln in der Saison ´86 zum ersten eingesetzt werden. Um Flexibel zu bleiben wurde der Wagen auch ab und an als Verlosung eingesetzt. Aber auch dabei blieb es nicht lange, im Jahr ´88 versuchte man sein Glück am Roulett, einem  Glücksspiel - Automat, was auch anfänglich gut lief. In den späteren Zeiten als der Umsatz im Allgemeinen zurückging wurde das Spiel aufgrund seiner unzureichenden Interaktionsmöglichkeiten zunehmend unbeliebt. Nochweniger gefiel es aber der Gewerbeaufsicht, denn nach einem neuem Gesetz wurde das Spiel später sogar ganz verboten!

Auch der Ballwerfwagen wurde noch umgerüstet. Da der Paselt-Wagen nach Einbau der Roulettspiele nicht mehr so gut zur Verlosung taugte hatte Matthias ein selbst konstruierten Rahmen aus Eisen in den Wagen geschraubt und legte darauf die eigentlichen Podeste und verkleidete das ganze mit einem grauen Stoff. Was beim Publikum gut ankam und sogar von einer Firma nach einigen gemeinsamen Plätzen kopiert wurde. Aber es sollte um flexibel zu bleiben nicht dauerhaft sondern nur nach bedarf eingesetzt werden.

Was vielleicht noch erwähnenswert werden sollte ist der W-50. Der "Meister" hat das gute Stück kurz nach der Wende in Luckenwalde aufgetan und sofort mit nach Hause aufs Grundstück gebracht. Man sollte vielleicht schreiben das es so gut wie unmöglich war vor der Wende an einen W-50 zu kommen. Na ja jedenfalls wurde er hier noch mal richtig aufgemöbelt und fertig für die vielen kommenden Kilometer gemacht. Bis heute (Ende ´03) fahren wir jeden Platz mit dem LKW an und er hat uns zwar auch schon mal im Stich gelassen aber konnte bis jetzt jedes mal wieder erfolgreich reanimiert werden.